Affordable Art Fair Brussels

The artist and two of her sculptures at Affordable Art Fair Brussels

Der Affordable Art Fair Brussels vom 23. – 27. März war wunderbar. Allein Brüssel ist eine Reise wert: Die Innenstadt mit ihren vielen Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert, die Hochhäuser aus Stahl und Glas, muslimische Einkaufsstraßen, schöne Parks und natürlich die vielen verschiedenen Menschen. Das Tour und Taxis Gelände, auf dem die Messe stattfindet, beeindruckt mit seinen Gebäuden aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. So vielfältig präsentierte sich die Stadt, dass ich am liebsten noch länger hier geblieben wäre.

Und dann erst die Kunstmesse! Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie vielfältig Kunst sein kann. Wie viele Ideen die Menschen haben! Seit tausenden von Jahren wird Kunst gemacht und noch immer entsteht Neues und Einmaliges. Ein Wunderland zum Staunen. Der Affordable Art Fair Brussels war gut besucht und ich bin mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. Es hat großen Spaß gemacht, mal wieder Französisch zu sprechen. Wie viele Fehler ich dabei gemacht habe, möchte ich lieber nicht wissen. Zum Glück waren meine Gesprächspartner gutmütig und geduldig. Es ist gar nicht so einfach, Material und Entstehung meiner Skulpturen in einer fremden Sprache zu beschreiben. Wir haben viel zusammen gelacht.

Bis nächstes Jahr, Affordable Art Fair Brussels, ich komme gerne wieder!

Kleiner König ohne Krone

Skulptur mit dem Titel "Kleiner König ohne Krone"

Ein kleiner König ohne Krone kam als Überraschungsgast zu mir. In der Werkstatt lag ein Stück Gips, das ich lange als Musterstück für verschiedene Oberflächen und Lacke benutzt hatte. Aus einer Laune heraus warf ich es nicht weg, sondern ging ihm mit der Feile zu Leibe. Ich nahm den Lack weg und überließ mich den Launen meiner Feile. Nach einer Weile hatte ich diese kleine abstrakte Skulptur in der Hand. Neugierig und optimistisch guckt Kleiner König ohne Krone in die Welt und erinnert mich an den alten Kanon „Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist ist ein König„.

Das Ergebnis meiner Arbeit ist auch für mich immer wieder eine Überraschung.

Wünsche für 2022

Meine Wünsche für 2022: Freunde werden!

Meine Wünsche für 2022 sind einfach: Lasst uns freundschaftlich miteinander umgehen, lasst uns im besten Sinne Freunde sein! Es gibt so vieles, das uns verbindet und nur weniges, das uns trennt. Wir wünschen uns doch alle das gleiche: Frieden, Gesundheit und Freude. Zu diesen drei Zielen möchte ich meinen Teil betragen: Zu einem friedlichen und höflichen Miteinander, dazu, dass wir alle gesund bleiben und zu etwas Freude im Leben meiner Mitmenschen.

Ich hoffe, dass kulturelle Veranstaltungen bald wieder unkompliziert stattfinden können. Kultur bringt Glanz und Freude in unser Leben. Der Wunsch nach Kunst und Kultur verbindet uns, denn Kunst berührt unsere Herzen unabhängig von unseren politischen Einstellungen. Das brauchen wir gerade mehr denn je. Ich wünsche mir, dass wir Künstler unsere Kunst zeigen können, um damit Freude zu schenken.

Meine beruflichen Wünsche für 2022 sind diese: Ich wünsche mir, dass mein neuestes Werk einen guten Platz findet. Besonders glücklich würde es mich machen, eine Skulptur im öffentlichen Raum zu gestalten.

Ihnen und euch wünsche ich ebenfalls
Frieden im Herzen,
Gesundheit für Sie und Ihre Familie
und viele Momente der Freude
für das Jahr 2022!

Bronzeskulptur Zwei Spitzen

Zwei Spitzen, Bronze, Auflage 2/9, ca. 36/30/27 cm

Erst vor kurzem habe ich den zweiten Guss der Bronzeskulptur Zwei Spitzen aus der Gießerei abgeholt. Nun hat sie schon wieder ein neues Zuhause gefunden. Auch wenn ich glücklich bin, dass sie jetzt andere Menschen erfreut, fehlt sie mir doch im Atelier. Diese scheinbar einfache Form hat eine ganz besondere Ausstrahlung.

Von den ersten Entwürfen bis zur fertigen Skulptur ist es ein weiter Weg. Die folgenden Fotos von der Entstehung der Bronzeskulptur Zwei Spitzen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt dieses Weges.

Erster Entwurf der Skulptur Zwei Spitzen

Entwurf in Gips.

Über einen Kern aus Styropor habe ich eine Schicht Gips gezogen. Die Form der Skulptur ist schon gefunden, die Oberfläche ist jedoch noch sehr grob bearbeitet.

Gipsmodell

Immer wieder trage ich Gips auf und schleife ihn ab, bis die Form wirklich stimmt. Wenn das Gipsmodell fertig ist, stelle ich damit die Negativform her.

Gipsmodell der Skulptur Zwei Spitzen
Negativform der Skulptur Zwei Spitzen

Die Negativform

Die Negativform besteht aus einer inneren, weichen Silikonform und einer äußeren Stützform aus Gips. Sie wird um das Modell herum angefertigt. Ihre wichtigste Eigenschaft ist daher, dass sie vom Modell abgenommen werden kann, ohne es zu zerstören. In diesem Fall reichen dafür zwei Teile. Negativform und Modell bringe ich zur Gießerei, um einen Bronzeguss der Skulptur Zwei Spitzen anfertigen zu lassen.

Rohguss der Skulptur Zwei Spitzen

Rohguss der Skulptur

Die Herstellung eines Bronzegusses ist sehr komplex. Zunächst wird mit der Negativform ein Wachsmodell erstellt. Daran werden ebenfalls aus Wachs die Angusskanäle angebracht. Dann wird das Wachsmodell wiederholt in Schlichte (eine Art dünner Tonsuppe) getaucht und mehrere Tage getrocknet. Wenn der Ton dann gebrannt wird, fließt das Wachs heraus und hinterläßt einen Hohlraum, in den die Bronze gegossen werden kann.

Oberflächenbehandlung des Bronzegusses

Nach dem Guss muss der Ton innen und außen wieder abgeklopft werden. In eine geschlossene Form wie diese müssen also Löcher geschnitten werden, um auch den Ton auf der Innenseite entfernen zu können. Anschließend werden die Löcher wieder zugeschweißt. Die Oberflächenbehandlung der Bronzeskulptur Zwei Spitzen mit Feile und Schleifpapier habe ich übernommen. Ich arbeite gerne von Hand, weil ich dabei ein genaueres Gefühl für die Glätte und Spannung der Oberfläche habe.

Der Rohguss wird gefeilt und geschliffen.
Bronzeskulptur Zwei Spitzen

Patinieren der Bronzeskulptur Zwei Spitzen

Für die abschließende Oberflächenbehandlung bringe ich die Skulptur wieder in die Gießerei. Das Patinieren ist eine eigene Kunst. Mit Hilfe verschiedener Chemikalien reagiert die Bronze und verändert ihre Farbe. In diesem Fall hat die Kunstgießerei Kollinger einen wunderschönes Rot-Braun hervorgeholt.

Am Ende eines langen Lebens

Am Ende eines langen Lebens wurde auf der Online-Ausstellung On Being von Sculptors Alliance in New York ausgestellt. Anlässlich dieser Ausstellung erzähle ich, wie das Kunstwerk entstand: Wo ich das Holz gefunden habe, wie ich die Skulptur gestaltete, welche Werkzeuge ich verwendet habe und welche vermeintliche Enttäuschung am Ende den besonderen Charakter des Kunstwerks ausmacht.

Link zum youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=iGY5wq0jP8E

Das Holz schenkten mir Freunde. Ihr Kirschbaum hatte einen Ast verloren, den sie schon zu Brennholz gesägt hatten, als ich ihn entdeckte. Am Beginn entwerfe ich eine neue Skulptur mit einem kleinen Stück Knete. Anschließend säge ich das Holz mit der Kettensäge in Form, wobei mir das Knetemodell als Vorlage dient. Dann kommt der Punkt, an dem das Stück lebendig wird. Ich lege das Modell beiseite und lasse mich von den Linien und Kurven des Holzes leiten. Dieser Teil der Arbeit macht mir am meisten Spaß, denn es ist nicht mehr mein Verstand sondern meine Seele, die die Führung übernimmt. Gleichzeitig ist aber auch der anstrengendste Teil meiner Reise mit einem neuen Stück.

Ich wechsle von Kettensäge zu Feile un dann zu Schleifpapier. Ich liebe es, meine Hände über die glatten Oberflächen gleiten zu lassen und den Linien des Stücks zu folgen. Dieses Vergnügen verführt mich immer wieder dazu, nach Perfektion zu streben. In diesem Fall wurde die Perfektion beim Trocknen des Holzes zerstört, denn kleine Risse öffneten sich und verzerrten die glatten Oberflächen. Zuerst war ich enttäuscht, aber schon bald wurde dies das Merkmal, das ich an diesem Stück am meisten schätze, denn es erinnert mich an einen alten Menschen.

Das Leben fügt uns körperliche und seelische Wunden zu. An anderen Stellen schleift es uns glatt, macht uns sanft. Alles an einem Menschen gibt ein Zeugnis seines Lebens. Die Art und Weise, wie wir laufen, wie wir unseren Kopf halten, wie der Rücken sich wölbt, die Falten im Gesicht: All das erzählt von den Schwierigkeiten, die wir erlebten, wie wir mit ihnen umgegangen sind und wie wir heute leben.

So kam dieses Stück zu seinem Namen: Am Ende eines langen Lebens zeigt es sowohl Wunden als auch Sanftheit, wie wir Menschen.