ARTe Wiesbaden

Skulpturen auf der ARTe Wiesbaden
ARTe Wiesbaden 2021

Heute habe ich in Erinnerungen an die Kunstmesse ARTe Wiesbaden geschwelgt. Es waren wieder intensive Tage mit vielen interessanten Begegnungen und Gesprächen. Trotz vieler Besucher gab es in der großen Halle des RheinMain CongressCenter immer genügend Platz, um den nötigen Abstand zu wahren. Ich freue mich jetzt schon auf die ARTe Wiesbaden im kommenden Jahr. Ich freue mich auf die Messe-Atmosphäre, auf die große Vielfalt an Kunstwerken und Kunstschaffenden. Ich freue mich darauf, meine Werke zeigen zu dürfen. Und am allermeisten freue ich mich darauf, alte Bekannte zu treffen und an die Gespräche vom vergangenen Jahr anzuknüpfen.

Auf dem großen Stand kamen meine Skulpturen wunderschön zur Geltung. Dieses Video zeigt sie besser als viele Fotos:

Rundgang um den Skulpturenstand von Wiebke Bader auf der ARTe Wiesbaden 2021

Bronzeskulptur Zwei Spitzen

Zwei Spitzen, Bronze, Auflage 2/9, ca. 36/30/27 cm

Erst vor kurzem habe ich den zweiten Guss der Bronzeskulptur Zwei Spitzen aus der Gießerei abgeholt. Nun hat sie schon wieder ein neues Zuhause gefunden. Auch wenn ich glücklich bin, dass sie jetzt andere Menschen erfreut, fehlt sie mir doch im Atelier. Diese scheinbar einfache Form hat eine ganz besondere Ausstrahlung.

Von den ersten Entwürfen bis zur fertigen Skulptur ist es ein weiter Weg. Die folgenden Fotos von der Entstehung der Bronzeskulptur Zwei Spitzen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt dieses Weges.

Erster Entwurf der Skulptur Zwei Spitzen

Entwurf in Gips.

Über einen Kern aus Styropor habe ich eine Schicht Gips gezogen. Die Form der Skulptur ist schon gefunden, die Oberfläche ist jedoch noch sehr grob bearbeitet.

Gipsmodell

Immer wieder trage ich Gips auf und schleife ihn ab, bis die Form wirklich stimmt. Wenn das Gipsmodell fertig ist, stelle ich damit die Negativform her.

Gipsmodell der Skulptur Zwei Spitzen
Negativform der Skulptur Zwei Spitzen

Die Negativform

Die Negativform besteht aus einer inneren, weichen Silikonform und einer äußeren Stützform aus Gips. Sie wird um das Modell herum angefertigt. Ihre wichtigste Eigenschaft ist daher, dass sie vom Modell abgenommen werden kann, ohne es zu zerstören. In diesem Fall reichen dafür zwei Teile. Negativform und Modell bringe ich zur Gießerei, um einen Bronzeguss der Skulptur Zwei Spitzen anfertigen zu lassen.

Rohguss der Skulptur Zwei Spitzen

Rohguss der Skulptur

Die Herstellung eines Bronzegusses ist sehr komplex. Zunächst wird mit der Negativform ein Wachsmodell erstellt. Daran werden ebenfalls aus Wachs die Angusskanäle angebracht. Dann wird das Wachsmodell wiederholt in Schlichte (eine Art dünner Tonsuppe) getaucht und mehrere Tage getrocknet. Wenn der Ton dann gebrannt wird, fließt das Wachs heraus und hinterläßt einen Hohlraum, in den die Bronze gegossen werden kann.

Oberflächenbehandlung des Bronzegusses

Nach dem Guss muss der Ton innen und außen wieder abgeklopft werden. In eine geschlossene Form wie diese müssen also Löcher geschnitten werden, um auch den Ton auf der Innenseite entfernen zu können. Anschließend werden die Löcher wieder zugeschweißt. Die Oberflächenbehandlung der Bronzeskulptur Zwei Spitzen mit Feile und Schleifpapier habe ich übernommen. Ich arbeite gerne von Hand, weil ich dabei ein genaueres Gefühl für die Glätte und Spannung der Oberfläche habe.

Der Rohguss wird gefeilt und geschliffen.
Bronzeskulptur Zwei Spitzen

Patinieren der Bronzeskulptur Zwei Spitzen

Für die abschließende Oberflächenbehandlung bringe ich die Skulptur wieder in die Gießerei. Das Patinieren ist eine eigene Kunst. Mit Hilfe verschiedener Chemikalien reagiert die Bronze und verändert ihre Farbe. In diesem Fall hat die Kunstgießerei Kollinger einen wunderschönes Rot-Braun hervorgeholt.

Kunstsalon in Konstanz

Wiebke Bader, „Bewegt“, Messing, 80/65/56 cm

Der ARTe Kunstsalon in Konstanz war großartig. Das Bodenseeforum bot gleichzeitig einen herrlichen Blick auf den Bodensee und den Genuss der Kunstausstellung. Meine beiden Skulpturen Im Einklang und Bewegt hatten einen schönen Platz vor der großen Fensterfront. Der weite Raum ließ sie wunderbar zur Geltung kommen. Während sich draußen Sonne und Regen abwechselten, wirkten die Figuren im unterschiedlichen Licht immer wieder anders. Ich habe unzählige Fotos davon gemacht. Es war auch für mich faszinierend, sie in diesem großen Raum zu erleben.

Meine neue Skulptur Bewegt hatte auf dem ARTe Kunstsalon in Konstanz ihren Einstand. Immer wieder hat es mich gefreut, sie in diesem Licht und an diesem Platz zu sehen. Ich bin sehr gespannt, wo sie ihren endgültigen Platz finden wird.

Wiebke Bader, „Im Einklang“, 114/54/58 cm
Wiebke Bader, „Kreisend“ und „Freund I und II“

Vor allem die Gespräche mit Besuchern und Kollegen auf dem ARTe Kunstsalon in Konstanz waren für mich eine große Bereicherung. Und so bin ich nun voller Vorfreude auf die nächste Ausstellung: Auf der ARTe Wiesbaden werden meine Skulpturen vom 10. bis 12. September 2021 wieder zu sehen sein.

Stipendium erhalten

Für die Weiterentwicklung dieser Skulptur habe ich ein Stipendium erhalten.

Ich habe ein Stipendium erhalten! Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat mir zur Förderung meines künstlerischen Vorhabens ein Stipendium bewilligt. Was für eine schöne Bestätigung meiner Arbeit. Ich habe mich riesig gefreut.

Was hat Kunst mit Forschung zu tun? Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst bringt es in seiner Webseite auf den Punkt: Kreativität ist die wichtigste Ressource des Hochtechnologielandes Baden-Württemberg.

Was ist mein Projekt?

Ausgehend vom bereits bestehenden Modell der Skulptur Leben möchte ich eine Reihe von Skulpturen entwickeln, die aufeinander aufbauen. Alle Skulpturen werden etwa einen Meter hoch sein und eine ähnliche Bewegungsrichtung haben.

Mit jedem neuen Entwicklungsschritt werden die schlanken Schlaufen der Skulptur Leben fülliger und verschmelzen schließlich zu einem monolithischen Block. Jede der Skulpturen baut erkennbar auf ihrem Vorgänger auf, bekommt aber eine ganz eigene Ausstrahlung, die mit verschiedenen Lebensphasen in Verbindung gebracht werden kann:

Das Spiel der Kinder, den Schwung der Jugend, die Fülle des jungen Erwachsenenlebens, die Verantwortung in der Lebensmitte, die Ruhe des Alters.

Das Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ermöglicht es mir, in den nächsten Monaten konzentriert an dieser Skulpturenserie zu arbeiten. Das empfinde ich als ein großes Geschenk. Es macht mich sehr glücklich.

Lebensgroße Skulptur Im Einklang

lebensgroße Skulptur "Im Einklang"

Die lebensgroße Skulptur Im Einklang ist endlich als Modell zu sehen. Sie begleitet mich schon seit fast zwei Jahren. Ihren Anfang nahm sie als kleines Modell aus Wachs. Diese kleine Skulptur lag mir am Herzen und ich habe sie daher in Bronze gießen lassen. Als solches ist sie auch auf meiner Homepage zu sehen.

Im Februar 2020 habe ich Im Einklang in Thailand als große Skulptur aus Ton erstellt. Kaum war ich wieder zu Hause, nahm die Pandemie Fahrt auf und ich konnte das Projekt in Thailand nicht weiter verfolgen. Die Negative des Modells wurden daher nach Deutschland geschickt und kamen Anfang 2021 bei mir in Aalen an. Seit dem Beginn der Arbeit war inzwischen fast ein Jahr vergangen.

In meiner Werkstatt habe ich die in Thailand entwickelte Form überarbeitet und verfeinert. In den vergangenen Monaten habe ich dabei einige neue Methoden und Materialien ausprobiert. Entstanden ist dieses Modell aus Gips, PU-Schaum, Stahl und Lack.

Mein Ziel war, ein Modell zu erstellen, dass leicht genug ist, um es auf die Ausstellungen in Konstanz und Wiesbaden mitnehmen zu können. Gleichzeitig sollte es einen guten Eindruck davon vermitteln, wie die lebensgroße Skulptur Im Einklang in Bronze aussehen würde. Sobald ich einen konkreten Aufstellungsort gefunden habe, werde ich die Skulptur in Bronze gießen lassen.

Vor ein paar Tagen konnte ich das fertige Modell von Im Einklang zum ersten Mal fotografieren. Ich bin so glücklich, sie endlich zeigen zu können!

Vorbereitung für die ARTe Konstanz

Vorbereitung für die ARTe Konstanz

Immer schneller vergehen die Tage und ich bin sehr beschäftigt mit der Vorbereitung für die ARTe Konstanz.

Nicht alle meine Skulpturen können mit auf die Reise gehen. Es fällt mir jedoch sehr schwer, eine Auswahl zu treffen, denn jede Skulptur hat ihren Reiz und möchte gesehen werden. Im Atelier habe ich die Größe der Ausstellungsfläche auf dem Boden markiert. Hier wandern die Skulpturen auf ihren Sockeln umher, mal steht die eine, mal die andere am Rand, mal vorne, mal hinten. Fast täglich bestelle ich neues Material für die Sockel, denn es fehlt immer gerade die passende Größe.

So langsam entsteht bei dieser Vorbereitung für die ARTe Konstanz ein Zusammenspiel der Werke, eine kleine Gemeinschaft, in der jede Plastik zur Geltung kommen kann. Wie Diven stehen die Skulpturen da und möchen sich von ihrer besten Seite zeigen. Dabei bin ich ihnen gerne behilflich und freue mich an ihrem Leuchten.

Ausstellung beim ARTe Kunstsalon Konstanz

Einladung zur Ausstellung beim ARTe Kunstsalon Konstanz

Ich freue mich riesig auf die Ausstellung beim ARTe Kunstsalon in Konstanz. Vom 23. – 25. Juli könnt ihr meine Kunst live erleben.

Skulpturen, Sommer, Sonne, See – das wird wunderbar! Ich kann es kaum erwarten.

Die Öffnungszeiten sind:
Freitag von 17 – 21 Uhr,
Samstag von 11 – 20 Uhr und
Sonntag von 11- 18 Uhr.

Der Eintritt zur Ausstellung beim ARTe Kunstsalon in Konstanz ist frei. Voraussetzung sind die drei Gs: getestet, genesen oder geimpft. Ein großes Testzentrum ist in unmittelbarer Nachbarschaft. Für einen ganz enstpannten Besuch empfiehlt es sich, die Besuchszeit vorher unter arte-kunstmesse.de/tickets-konstanz/  zu buchen.

Für mich gibt es bis zur Ausstellung noch viel zu tun. Drückt mir die Daumen, dass ich die große Skulptur Im Einklang noch verwirklichen kann, die ich nach Konstanz mitnehmen möchte.

Phönix aus der Asche

abstrakte Skulptur im Garten

Phönix aus der Asche ist der Name meiner neuen Skulptur.

In meiner Werkstatt lag ein Klumpen Gips, an dem ich immer meine Gipsreste abgestrichen habe. Eines Tages dachte ich, dass aus diesem Klumpen etwas werden könnte und fing an, die Reste gezielt an bestimmten Stellen abzustreifen. Dann kam eine Phase, in der ich Material wegnahm, gezielt aufbaute, wegnahm und aufbaute. Der Klumpen begann zur Skulptur zu werden. Dabei durchlief er viele Metamorphosen, bis er schließlich zu seiner endgültigen Form fand.

Dieser Prozess hat mir Phönix aus der Asche besonders lieb gemacht. In allem ist ein Stück Schönheit verborgen, auch wenn es im ersten Moment nicht erkennbar ist. Man darf nur nicht aufgeben, danach zu suchen!

Phönix aus der Asche kann in drei verschiedenen Positionen aufgestellt werden und findet in jeder Lage ihr Gleichgewicht wieder. Eine sehr ausgeglichene Skulptur! In diesem Video zeige ich ihre vielen Möglichkeiten: https://www.youtube.com/watch?v=1e-0Er3Qwlg

Wie ein Bär entsteht

Bär aus Beton

Wie ein Bär entsteht – da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier habe ich einen Bären aus Beton gegossen und hole ihn gerade aus seiner Form. Dieser Bär wurde schon vor 30 Jahren von mir in Ton modelliert. Weil er viele Freunde hat, habe ich jetzt einen Nachguss aus Beton gemacht.

In dem Video Birth of a Bear hole ich den fertigen Guss aus seiner Form. Nach vielen Stunden des Formenbaus ist dies immer der spannendste Moment: Wie wird die Skulptur heraus kommen? Gibt es Luftblasen? Wie ist die Farbe geworden?

Ich finde, der Bär kann sich sehen lassen.

Am Ende eines langen Lebens

Am Ende eines langen Lebens wurde auf der Online-Ausstellung On Being von Sculptors Alliance in New York ausgestellt. Anlässlich dieser Ausstellung erzähle ich, wie das Kunstwerk entstand: Wo ich das Holz gefunden habe, wie ich die Skulptur gestaltete, welche Werkzeuge ich verwendet habe und welche vermeintliche Enttäuschung am Ende den besonderen Charakter des Kunstwerks ausmacht.

Link zum youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=iGY5wq0jP8E

Das Holz schenkten mir Freunde. Ihr Kirschbaum hatte einen Ast verloren, den sie schon zu Brennholz gesägt hatten, als ich ihn entdeckte. Am Beginn entwerfe ich eine neue Skulptur mit einem kleinen Stück Knete. Anschließend säge ich das Holz mit der Kettensäge in Form, wobei mir das Knetemodell als Vorlage dient. Dann kommt der Punkt, an dem das Stück lebendig wird. Ich lege das Modell beiseite und lasse mich von den Linien und Kurven des Holzes leiten. Dieser Teil der Arbeit macht mir am meisten Spaß, denn es ist nicht mehr mein Verstand sondern meine Seele, die die Führung übernimmt. Gleichzeitig ist aber auch der anstrengendste Teil meiner Reise mit einem neuen Stück.

Ich wechsle von Kettensäge zu Feile un dann zu Schleifpapier. Ich liebe es, meine Hände über die glatten Oberflächen gleiten zu lassen und den Linien des Stücks zu folgen. Dieses Vergnügen verführt mich immer wieder dazu, nach Perfektion zu streben. In diesem Fall wurde die Perfektion beim Trocknen des Holzes zerstört, denn kleine Risse öffneten sich und verzerrten die glatten Oberflächen. Zuerst war ich enttäuscht, aber schon bald wurde dies das Merkmal, das ich an diesem Stück am meisten schätze, denn es erinnert mich an einen alten Menschen.

Das Leben fügt uns körperliche und seelische Wunden zu. An anderen Stellen schleift es uns glatt, macht uns sanft. Alles an einem Menschen gibt ein Zeugnis seines Lebens. Die Art und Weise, wie wir laufen, wie wir unseren Kopf halten, wie der Rücken sich wölbt, die Falten im Gesicht: All das erzählt von den Schwierigkeiten, die wir erlebten, wie wir mit ihnen umgegangen sind und wie wir heute leben.

So kam dieses Stück zu seinem Namen: Am Ende eines langen Lebens zeigt es sowohl Wunden als auch Sanftheit, wie wir Menschen.